Gem. § 5 Mitteilungsverordnung (MV) hat die Flurbereinigungsbehörden Ausgleichs- und Abfindungszahlungen nach dem Flurbereinigungsgesetz mitzuteilen. Die Mitteilung ist gem. § 9 Abs. 1 MV an das Finanzamt zu richten, in dessen Bezirk der Zahlungsempfänger oder derjenige, für den ein Verwaltungsakt bestimmt ist, seinen Wohnsitz hat. Ausnahmen von der Mitteilungspflicht werden in § 7 MV beschrieben, insbesondere wenn Zahlungen unter 1.500 € pro Kalenderjahr erfolgen.

Was sind Ausgleichs- und Abfindungszahlungen entsprechend § 5 MV? Das FlurbG verwendet diese Begriffe nicht, stattdessen kann auf § 54 FlurbG, mit den dortigen Begriffen Geldabfindungen und Geldausgleiche, abgestellt werden. Dies wird dadurch bestätigt, dass die MV in Wingerter/Mayr unter Rn. 5a zu § 54 FlurbG behandelt wird.

Beim sogenannten Vorausbau möchte die Teilnehmergemeinschaft/Flurbereinigungsbehörde Maßnahmen VOR dem Flurbereinigungsplan umsetzen (z.B. Weg bauen). Da üblicherweise durch eine Vorausbaumaßnahme auch Privatgrundstücke betroffen sind, bedarf es der Zustimmung des Eigentümers oder es erfolgt eine Besitzeinweisung nach § 36 FlurbG zugunsten der Teilnehmergemeinschaft. Bei Wegebaumaßnahmen soll meist unmittelbar nach der Baumaßnahme der Weg öffentlich gewidmet werden und in die Unterhaltungslast der Gemeinde überführt werden.

Eine Gesamthandgemeinschaften ist entweder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, eine eheliche Gütergemeinschaft oder eine Erbengemeinschaft. Im Grundbuch tauchen mitunter andere Formulierungen für Rechtsverhältnisse auf. Beispielsweise das Rechtsverhältnis „zur gesamten Hand". Da das Gemeinschaftsverhältnis gem. § 47 GBO bei dinglichen Rechten im Grundbuch eingetragen werden soll, müssen solche falschen Rechtsverhältnis umgedeutet werden. Mit der Formulierung „zur gesamten Hand" wird eine Gesamthandgemeinschaft angedeutet und damit kann es sich hierbei nur um eine GbR handeln, weil eine ehel. Gütergemeinschaft oder Erbengemeinschaft ausgeschlossen werden kann.

Es geistert immer wieder die Behauptung herum, dass eine Grundschuldbestellung nicht möglich ist, wenn ein Verfügungsverbot im Grundbuch eingetragen wurde. Die Teilnehmer werden regelmäßig zum Notar und Vermesser (bei Teilflächen) geschickt, wenn eine Fremdfinanzierung mit Grundschuldbestellung notwendig ist. Dies ist nicht notwendig. Da ein Verfügungsverbot gem. § 135 BGB nur relativ wirkt (also nur für den Verbotsgeschützten), gibt es zwei Möglichkeiten dem Finanzierungsgläubiger Sicherheiten zu bieten:

Durch eine Landverzichtserklärung zugunsten eines Dritten erwirbt der Dritte den Abfindungsanspruch (Wingerter/Mayr Rn. 3b zu § 52 FlurbG) und wird regelmäßig Besitzer der (Teil-)Fläche (Wingerter/Mayr Rn. 3 zu § 53 FlurbG). Den Landabzug gem. § 47 FlurbG haben die Teilnehmer nach dem Wert der alten Grundstücke zu tragen. Ein Grundstückseigentümer der auf seine kompletten Grundstücke verzichtet, bleibt zwar Teilnehmer gem. § 10 Nr. 1 FlurbG (vgl. Wingerter/Mayr Rn. 20 zu § 59 FlurbG), hat aber keinen Abfindungsanspruch und somit hat auch keine Einlage.